Arztpraxen sollten jetzt prüfen, ob ihr Konnektor bereits mit der Produktversion PTV6 arbeitet. Ohne das Update können ab Oktober erhebliche Verbindungsprobleme in der Telematikinfrastruktur auftreten.
Stand: 11. September 2026
Am Montagmorgen ist das Wartezimmer voll. Doch beim Einlesen einer elektronischen Gesundheitskarte kann der Konnektor keine stabile Verbindung zur Telematikinfrastruktur aufbauen. Statt eines zügigen Starts muss das Praxisteam Fehler suchen und möglicherweise auf Papier ausweichen. Damit dieses Szenario nicht zur Realität wird, sollten Praxen den Softwarestand ihres Konnektors vor dem 30. September prüfen.
Der Grund ist eine technische Umstellung bei den elektronischen Gesundheitskarten. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung werden ab dem 1. Oktober 2026 die ersten Karten ausgegeben, die ausschließlich das modernere Verschlüsselungsverfahren ECC unterstützen. Konnektoren benötigen dafür die Produktversion PTV6.
Was ändert sich am 1. Oktober?
Die Telematikinfrastruktur stellt ihre kryptografischen Verfahren schrittweise von RSA auf ECC um. ECC steht für „Elliptic Curve Cryptography“. Das Verfahren erreicht mit kürzeren Schlüsseln ein hohes Sicherheitsniveau und soll die TI langfristig auf eine moderne technische Grundlage stellen.
Für den Praxisalltag ist vor allem ein Punkt entscheidend: Ein Konnektor ohne das erforderliche Update kann mit den neuen Gesundheitskarten möglicherweise nicht korrekt kommunizieren. Die gematik warnt laut KBV vor erheblichen Problemen beim Verbindungsaufbau. Betroffen sein können damit Arbeitsabläufe, die auf einen funktionierenden TI-Zugang angewiesen sind.
Welche Praxen müssen handeln?
Die meisten Praxen haben das Update auf PTV6 nach Angaben der KBV bereits installiert. Dennoch sollten sich Ärztinnen, Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nicht allein darauf verlassen. Entscheidend ist der tatsächliche Softwarestand des eigenen Konnektors.
Auch Highspeed-Konnektoren sind von der Aktualisierung betroffen. Sie werden beispielsweise bei TI-Gateways eingesetzt. In diesem Fall liegt die Aktualisierung laut KBV beim jeweiligen Anbieter. Praxen sollten trotzdem klären, ob das Update erfolgt ist und wer bei einer Störung erreichbar ist.
So bereiten Sie Ihre Praxis vor
- Softwarestand prüfen: Klären Sie, ob Ihr Konnektor bereits auf PTV6 aktualisiert wurde.
- Zuständigkeit festlegen: Bestimmen Sie im Team, wer den Dienstleister kontaktiert und die Rückmeldung dokumentiert.
- Update terminieren: Falls PTV6 fehlt, vereinbaren Sie die Installation rechtzeitig vor dem 30. September.
- Funktion kontrollieren: Prüfen Sie nach dem Update den TI-Zugang und die gewohnten TI-Anwendungen.
- Ansprechpartner notieren: Halten Sie Kontaktdaten und Erreichbarkeit Ihres Dienstleisters für mögliche Störungen bereit.
Was passiert, wenn das Update fehlt?
Ab dem 1. Oktober kann es laut KBV zu erheblichen Problemen beim Verbindungsaufbau kommen. Für die Praxis kann das zusätzlichen Aufwand bedeuten. Wenn digitale Abläufe nicht verfügbar sind, müssen Mitarbeitende Fehler eingrenzen, den Support kontaktieren und gegebenenfalls Ersatzverfahren auf Papier einsetzen.
Nicht jede technische Störung ist automatisch auf eine fehlende PTV6-Version zurückzuführen. Treten nach der Aktualisierung weiterhin Probleme auf, empfiehlt die KBV, den zuständigen Dienstleister oder Hersteller einzubeziehen. Von eigenständigen Eingriffen in die Konfiguration ist ohne entsprechende Fachkenntnis abzuraten.
Warum die Prüfung nicht bis zum Monatsende warten sollte
Ein Update lässt sich leichter in einem geplanten Zeitfenster durchführen als während des laufenden Sprechstundenbetriebs. Außerdem bleibt bei einer frühzeitigen Prüfung genügend Zeit für Rückfragen, eine Terminabstimmung und eine Funktionskontrolle. Wer erst am 30. September feststellt, dass PTV6 fehlt, muss mit knappen Supportkapazitäten rechnen.
Delfs unterstützt Sie beim Konnektor-Update
Sie wissen nicht, ob Ihr Konnektor bereits auf PTV6 aktualisiert wurde? Oder möchten Sie klären, ob in Ihrer Praxis noch Handlungsbedarf besteht? Wenden Sie sich jetzt an Delfs. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen den aktuellen Stand und unterstützen Sie bei den nächsten Schritten. So bleibt Ihre Praxis auch nach der Umstellung zuverlässig an die Telematikinfrastruktur angebunden.
Häufige Fragen
Muss jede Praxis das Update selbst installieren?
Das hängt von der eingesetzten Technik und dem vereinbarten Service ab. Bei Highspeed-Konnektoren beziehungsweise TI-Gateways ist laut KBV der Anbieter für die Aktualisierung zuständig. Bei einem klassischen Konnektor sollten Praxen ihren Dienstleister fragen, ob PTV6 bereits installiert wurde.
Wie heißt die benötigte Produktversion?
Die erforderliche Konnektor-Version heißt PTV6.
Bis wann sollte die Aktualisierung abgeschlossen sein?
Die KBV nennt den 30. September 2026 als Frist. Ab dem 1. Oktober können neue elektronische Gesundheitskarten eingesetzt werden, die ausschließlich ECC unterstützen.
Quellen
Kassenärztliche Bundesvereinigung: „Konnektoren: Update bis 30. September einspielen“, PraxisNachricht vom 27. August 2026:
https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/08-27/konnektoren-update-bis-30-september-einspielen
gematik: „TI-Status“ und Informationen zur RSA2ECC-Migration:
https://fachportal.gematik.de/ti-status



