Mit dem Herbst beginnt in vielen Arztpraxen die Impfsaison. Neben der jährlichen Grippeimpfung stehen dabei weitere Schutzimpfungen auf dem Plan. 2026 gibt es einige Änderungen, die Praxisteams kennen sollten. Dazu gehören neue beziehungsweise angepasste Empfehlungen zu COVID-19, Herpes zoster und Pneumokokken.
Für Arztpraxen ist jetzt deshalb ein guter Zeitpunkt, Impfbestände zu planen, den Impfstatus von Patientinnen und Patienten systematisch zu prüfen und Recall-Möglichkeiten zu nutzen.
Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Impfungen für den Herbst 2026.
Grippeimpfung 2026/27: Jetzt beginnt die Impfsaison
Die Influenza-Impfung gehört zu den wichtigsten saisonalen Impfungen in der Arztpraxis. Die STIKO empfiehlt sie unter anderem jährlich für Personen ab 60 Jahren sowie für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen und weitere Risikogruppen.
Für Personen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO einen inaktivierten Hochdosis- oder MF-59-adjuvantierten Influenza-Impfstoff mit der jeweils aktuellen, von der WHO empfohlenen Antigenkombination.
Die Impfung sollte im Herbst beziehungsweise Winter erfolgen. Bis sich der Impfschutz vollständig aufgebaut hat, dauert es etwa zwei Wochen. Eine später in der Saison durchgeführte Impfung kann ebenfalls noch sinnvoll sein.
Für Praxen bedeutet das: Impfstoffbedarf und Termine sollten rechtzeitig geplant werden. Gleichzeitig lohnt es sich, bei ohnehin anstehenden Praxisbesuchen den Impfstatus zu kontrollieren.
Welche Virusstämme für die Saison 2026/27 relevant sind und was bei der Vorbereitung zu beachten ist, haben wir ausführlich in unserem Beitrag „Grippeimpfung 2026/27: Das müssen Arztpraxen wissen“ zusammengefasst.
COVID-19: STIKO ändert Empfehlung für 2026
Bei der COVID-19-Impfung gibt es für die Saison 2026/27 eine wichtige Änderung. Die STIKO hat die Altersgrenze für die jährliche Standard-Auffrischimpfung gesunder Erwachsener von 60 auf 75 Jahre angehoben.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat diese Änderung am 3. September 2026 für die Schutzimpfungs-Richtlinie beschlossen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ist die Änderung allerdings noch nicht in Kraft. Dafür muss der Beschluss zunächst vom Bundesgesundheitsministerium geprüft und anschließend im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.
Nach der neuen Empfehlung sollen gesunde Erwachsene künftig ab 75 Jahren jährlich eine Auffrischimpfung erhalten.
Für bestimmte Risikogruppen bleibt die jährliche Auffrischimpfung unabhängig davon empfohlen. Dazu gehören unter anderem Menschen mit Grunderkrankungen, die das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf erhöhen, sowie bestimmte Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege.
Neu ist außerdem der empfohlene Zeitpunkt: Die Auffrischimpfung soll möglichst bereits zu Beginn der COVID-19-Saison im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Versäumte Impfungen können später nachgeholt werden.
Auch die bisherige Empfehlung, bei Erwachsenen eine Basisimmunität durch mindestens drei Antigenkontakte aufzubauen, entfällt künftig.
Wichtig für Praxen: Bis die geänderte Schutzimpfungs-Richtlinie tatsächlich in Kraft tritt, ist zwischen neuer STIKO-Empfehlung und aktuell geltendem Leistungsanspruch zu unterscheiden.
Herpes zoster: Indikationsimpfung wurde erweitert
Eine weitere Änderung betrifft die Impfung gegen Herpes zoster.
Die Schutzimpfungs-Richtlinie wurde Anfang 2026 angepasst. Die erweiterte Empfehlung ist seit dem 13. Februar 2026 in Kraft. Damit sollten Praxen insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Erkrankungsrisiko genauer auf den Impfstatus achten.
Die STIKO empfiehlt die Herpes-zoster-Impfung weiterhin standardmäßig für alle Personen ab 60 Jahren. Zusätzlich wird sie für bestimmte Personen ab 18 Jahren empfohlen, wenn aufgrund einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für Herpes zoster beziehungsweise dessen Komplikationen besteht.
Dazu zählen beispielsweise bestimmte Patientinnen und Patienten mit:
- Immundefizienz oder Immunsuppression,
- HIV-Infektion,
- rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes,
- chronisch entzündlichen Darmerkrankungen,
- chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma bronchiale,
- chronischer Niereninsuffizienz oder
- Diabetes mellitus.
Die Indikationsimpfung erfolgt mit dem adjuvantierten Herpes-zoster-Totimpfstoff in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten.
Gerade Hausarztpraxen können die erweiterte Empfehlung nutzen, um den Impfstatus entsprechender chronisch erkrankter Patientinnen und Patienten gezielt zu überprüfen.
Pneumokokken: Neue Regelung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren
Auch bei der Pneumokokken-Impfung hat sich 2026 etwas geändert.
Die STIKO hat ihre Indikationsimpfempfehlung für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren aktualisiert. Der G-BA hat die Änderung in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen; sie ist seit dem 14. April 2026 in Kraft.
Für Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte sowie Praxen, die entsprechende Risikopatientinnen und -patienten betreuen, ist deshalb ein Abgleich mit der aktuellen Schutzimpfungs-Richtlinie sinnvoll.
Bei Erwachsenen bleibt Pneumokokken ebenfalls ein relevantes Thema. Gerade bei älteren und chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten bietet sich die Überprüfung des Impfstatus im Rahmen anderer Herbstimpfungen an.
RSV: Risikopatienten ebenfalls berücksichtigen
Neben Influenza und COVID-19 spielt auch RSV in der kalten Jahreszeit eine wichtige Rolle.
Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung als einmalige Standardimpfung für Personen ab 75 Jahren. Für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren kommt sie als Indikationsimpfung infrage, wenn schwere Grunderkrankungen vorliegen oder die Betroffenen in einer Pflegeeinrichtung leben.
Für die Arztpraxis bedeutet das: Bei älteren Patientinnen und Patienten sollte nicht nur nach der Grippeimpfung gefragt werden. Ein Blick auf weitere ausstehende Schutzimpfungen kann zusätzliche Termine vermeiden und Impflücken sichtbar machen.
Herbstimpfungen als Anlass für einen systematischen Impfcheck nutzen
Der Beginn der Grippesaison bietet Arztpraxen eine gute Gelegenheit, den Impfstatus nicht nur hinsichtlich Influenza zu überprüfen.
Ein typisches Beispiel: Ein 67-jähriger Patient mit Diabetes kommt zur Grippeimpfung in die Praxis. Bei der Durchsicht seiner Impfdokumentation fällt auf, dass weitere empfohlene Impfungen fehlen. Statt Impfungen einzeln zu betrachten, kann die Praxis den Termin für einen vollständigen Impfcheck nutzen.
Impfmanagement mit x.impfen unterstützen
Mit x.impfen können Arztpraxen ihr Impfmanagement digital unterstützen. Die Lösung hilft dabei, den Impfstatus der Patientinnen und Patienten im Praxisalltag im Blick zu behalten und anstehende Impfungen leichter zu erkennen.
Das ist gerade in der Herbstsaison hilfreich: Kommt eine Patientin beispielsweise zur Grippeimpfung in die Praxis, können gleichzeitig weitere relevante Impflücken auffallen. So lässt sich der aktuelle Patientenkontakt nutzen, ohne dass das Praxisteam Impfempfehlungen ausschließlich manuell prüfen muss.
So bereiten Sie Ihre Praxis auf die Impfsaison 2026/27 vor
Für einen möglichst reibungslosen Ablauf lohnt sich eine strukturierte Vorbereitung:
- Aktuelle STIKO-Empfehlungen prüfen: Gerade bei Risikogruppen haben sich 2026 mehrere Empfehlungen geändert.
- Impfstoffbedarf planen: Prüfen Sie anhand Ihrer Patientenstruktur und der Erfahrungen aus den Vorjahren, welche Mengen voraussichtlich benötigt werden.
- Impfstatus systematisch kontrollieren: Nutzen Sie Kontakte im Praxisalltag, um fehlende Impfungen frühzeitig zu erkennen. x.impfen kann Sie dabei unterstützen.
- Patientinnen und Patienten gezielt ansprechen: Machen Sie auf ausstehende Impfungen aufmerksam, wenn sich im Rahmen eines Praxisbesuchs eine Impflücke zeigt.
- Team informieren: MFA sollten wissen, welche Patientengruppen angesprochen werden können und welche Empfehlungen sich geändert haben.
- Abrechnung und regionale Vereinbarungen prüfen: Neben der Schutzimpfungs-Richtlinie sind die jeweils geltenden regionalen Impfvereinbarungen zu berücksichtigen.
Impfsaison 2026 ist mehr als Grippe
Im Herbst steigt traditionell die Nachfrage nach der Grippeimpfung. Für Arztpraxen lohnt sich jedoch ein breiterer Blick auf den Impfstatus.
2026 sind dabei insbesondere die Änderungen bei COVID-19, Herpes zoster und Pneumokokken relevant. RSV sollte bei älteren und besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten ebenfalls berücksichtigt werden.
Ein strukturiertes Impfmanagement kann dabei helfen, Impflücken im Praxisalltag frühzeitig zu erkennen. Mit x.impfen unterstützen Sie Ihr Praxisteam bei der digitalen Impfverwaltung und behalten den Impfstatus Ihrer Patientinnen und Patienten leichter im Blick.
Sie möchten x.impfen in Ihrer Praxis einsetzen oder mehr über die Funktionen erfahren? Informieren Sie sich jetzt über x.impfen oder sprechen Sie das Team von Delfs direkt an.



