Wenn die elektronische Patientenakte im Praxisalltag zusätzliche Klicks verlangt, eine TI-Anwendung nicht wie erwartet mit dem Praxisverwaltungssystem zusammenspielt oder Künstliche Intelligenz bereits Arbeit abnimmt, sind das wichtige Erfahrungen. Bis zum 23. August 2026 können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten diese Erfahrungen in das PraxisBarometer Digitalisierung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einbringen.
Die Teilnahme an der bundesweiten Online-Befragung ist freiwillig und anonym. Seit Anfang August steht sie allen Praxen offen. Zuvor hatte die KBV mehr als 9.900 Praxen direkt angeschrieben.
Elektronische Patientenakte ist ein Schwerpunkt
Im Mittelpunkt des PraxisBarometers 2026 steht die elektronische Patientenakte, kurz ePA. Gefragt sind die Erfahrungen und Erwartungen derjenigen, die täglich mit ihr arbeiten.
Für die Bewertung der Digitalisierung reicht es nicht aus, lediglich zu erfassen, ob eine Anwendung technisch verfügbar ist. Entscheidend ist, wie sie sich in die Abläufe einer Praxis einfügt. Lässt sich ein relevantes Dokument schnell finden? Ist klar, welche Informationen eingestellt werden sollen? Entsteht ein erkennbarer Nutzen für die Behandlung oder vor allem zusätzlicher Aufwand?
Solche Rückmeldungen zeigen, an welchen Stellen digitale Anwendungen bereits entlasten und wo Bedienung, Technik oder Prozesse verbessert werden müssen.
Auch Künstliche Intelligenz und das PVS werden betrachtet
Ein weiterer Themenbereich ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag. KI kann beispielsweise bei der Dokumentation, der Strukturierung von Informationen oder administrativen Aufgaben unterstützen. Gleichzeitig stellen sich Fragen zur Verlässlichkeit, zum Datenschutz und zur praktischen Einbindung in bestehende Systeme.
Das PraxisBarometer fragt außerdem nach der Umsetzung und Nutzbarkeit von Anwendungen der Telematikinfrastruktur im Praxisverwaltungssystem. Dieser Punkt ist für den Praxisalltag besonders relevant. Eine digitale Anwendung kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie ohne unnötige Medienbrüche erreichbar ist und die Arbeitsschritte nachvollziehbar bleiben.
Ein typisches Beispiel: Ein Befund liegt digital vor, muss aber über mehrere Masken gesucht, geprüft und anschließend manuell einem Vorgang zugeordnet werden. Technisch wurde der Befund übertragen. Eine echte Entlastung ist dennoch nicht entstanden. Genau solche Unterschiede können in einer reinen Nutzungsstatistik leicht verloren gehen.
Warum sich die Teilnahme lohnen kann
Mit dem PraxisBarometer erfasst die KBV jährlich den technischen Stand der Digitalisierung sowie die Stimmung in der ambulanten vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Versorgung. Die Ergebnisse schaffen eine Datengrundlage für die Diskussion mit Politik, Selbstverwaltung und Anbietern digitaler Lösungen.
Eine Umfrage allein beseitigt allerdings keine technischen Probleme und ersetzt auch keinen konkreten Supportfall. Ihr Nutzen hängt davon ab, wie viele Praxen teilnehmen, wie differenziert sie ihre Erfahrungen schildern und welche Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden. Gerade deshalb ist eine breite Beteiligung wichtig. Andernfalls besteht die Gefahr, dass besonders belastende Abläufe oder Unterschiede zwischen Fachgruppen nicht ausreichend sichtbar werden.
Teilnahme ist freiwillig und anonym
Die Befragung wird vom IGES Institut im Auftrag der KBV durchgeführt. Nach Angaben der KBV werden die erhobenen Daten streng vertraulich behandelt. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im Herbst 2026 anonymisiert veröffentlicht werden.
Wer darüber hinaus an einem vertiefenden Fokusgruppeninterview teilnehmen möchte, kann freiwillig Kontaktdaten hinterlassen. Diese Angabe ist für die eigentliche Teilnahme an der Befragung nicht erforderlich.
Erfahrungen aus der Praxis sichtbar machen
Ob ePA, KI oder TI-Anwendung: Über die Qualität der Digitalisierung entscheidet nicht allein die Technik. Maßgeblich ist, ob digitale Prozesse im Behandlungsalltag zuverlässig funktionieren und das Praxisteam tatsächlich unterstützen.
Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können noch bis zum 23. August 2026 am PraxisBarometer teilnehmen. Nutzen Sie die Gelegenheit und bringen Sie die Erfahrungen Ihrer Praxis ein.
Wenn digitale Anwendungen in Ihrer Praxis nicht wie gewünscht zusammenspielen oder Arbeitsabläufe unnötig erschweren, unterstützt Delfs Sie bei der technischen Prüfung und einer praxistauglichen Umsetzung.
Jetzt am PraxisBarometer teilnehmen.
Quellen
- KBV: PraxisBarometer Digitalisierung – Befragung für alle offen, 6. August 2026
- KBV: „PraxisBarometer 2026: Befragung zur Digitalisierung in Praxen gestartet“, 16. Juli 2026



