Die KBV befragt derzeit fast 10.000 Praxen zu ihren Erfahrungen mit der Digitalisierung. Im PraxisBarometer 2026 geht es vor allem um die elektronische Patientenakte und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Doch für den Erfolg digitaler Lösungen ist noch etwas anderes entscheidend: Wie gut unterstützen sie die täglichen Abläufe?

Die elektronische Patientenakte ist im Praxisbetrieb angekommen. Nun folgen die nächsten Ausbaustufen. Seit Juli 2026 soll der elektronische Medikationsplan in ausgewählten Regionen erprobt werden. Für Oktober ist der bundesweite Start vorgesehen. Auch eine Volltextsuche in der ePA befindet sich bereits in Planung. Sie soll ab Oktober zunächst in Pilotregionen getestet werden.

Damit wachsen die digitalen Möglichkeiten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Praxisteams. Neue Anwendungen müssen eingerichtet, verstanden und zuverlässig in bestehende Arbeitsabläufe eingebunden werden. Sonst entsteht aus einer sinnvollen Funktion schnell ein zusätzlicher Arbeitsschritt.

Digitalisierung beginnt nicht mit der neuesten Funktion

Im Praxisalltag entscheidet selten die Länge einer Funktionsliste über den Nutzen einer Software. Wichtiger ist, wie viele unnötige Klicks, Rückfragen und Unterbrechungen sie vermeidet.

Ein typisches Beispiel: Eine Patientin erscheint zu einem vereinbarten Kontrolltermin. Bereits beim Öffnen ihrer Akte sollte erkennbar sein, weshalb sie kommt, welche Untersuchung ansteht und ob wichtige Hinweise vorliegen. Muss das Team diese Informationen erst in verschiedenen Ansichten zusammensuchen, kostet das bei jedem einzelnen Fall nur wenig Zeit. Über einen gesamten Arbeitstag summiert sich der Aufwand jedoch.

Eine gute Praxissoftware führt deshalb nicht nur Daten zusammen. Sie stellt relevante Informationen dort bereit, wo sie benötigt werden. Hinweise auf anstehende Kontrollen, offene Aufgaben oder Besonderheiten sollten beim Aufruf der Patientenakte sichtbar sein. So unterstützt die Software das Team, ohne zusätzliche Listen und Erinnerungszettel zu erzeugen.

Neue digitale Anwendungen brauchen stabile Prozesse

Die ePA zeigt besonders deutlich, worauf es ankommt. Praxen können Befundberichte, Labordaten und Arztbriefe einstellen und im Behandlungskontext auf vorhandene Dokumente zugreifen. Laut KBV besteht der Zugriff nach dem Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte standardmäßig für 90 Tage. Versicherte können diesen Zeitraum verändern sowie Inhalte verbergen oder den Zugriff einschränken.

Für das Praxisteam bedeutet das: Die technische Funktion allein genügt nicht. Es braucht klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Abläufe.

Wer prüft im konkreten Behandlungsfall die ePA? Wer stellt einen Befund ein? Wie wird dokumentiert, dass ein Dokument übertragen wurde? Und wie lässt sich vermeiden, dass Informationen doppelt erfasst werden?

Solche Fragen sollten nicht jedes Mal neu entschieden werden müssen. Gut eingerichtete Workflows geben Orientierung. Sie führen von der Anmeldung über die Behandlung und Dokumentation bis zur Abrechnung. Gleichzeitig lassen sie genügend Spielraum für unterschiedliche Fachrichtungen und individuelle Praxisstrukturen.

Weniger Medienbrüche, weniger Suchaufwand

Viele Verzögerungen entstehen an den Übergängen. Ein Termin wird in einem System verwaltet, die Patientenakte in einem anderen geöffnet und der Arztbrief anschließend mit einer separaten Vorlage erstellt. Daten werden kopiert, erneut eingegeben oder ausgedruckt.

Das ist nicht nur umständlich. Jede manuelle Übertragung erhöht auch das Risiko für unvollständige oder falsch zugeordnete Angaben.

Eine durchgängige Praxissoftware kann diese Medienbrüche reduzieren. Der Termin und der Besuchsgrund stehen beim Aufruf der Akte bereit. Die Patientin wird mit wenigen Klicks in die elektronische Wartezimmerliste übernommen. Nach der Untersuchung fließen Anamnese, Befund, Leistungsziffern und weitere Dokumentation in einen abgestimmten Prozess ein. Benötigte Schreiben lassen sich auf Grundlage der bereits erfassten Daten erstellen.

Der eigentliche Vorteil zeigt sich nicht in einer einzelnen spektakulären Funktion. Er liegt darin, dass viele kleine Arbeitsschritte verlässlich ineinandergreifen.

Klare Zugriffsrechte entlasten das Team

Mit der Zahl digital verfügbarer Patientendaten wächst die Bedeutung einer durchdachten Benutzerverwaltung. Nicht jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter benötigt dieselben Rechte. Empfang, Behandlungsassistenz, ärztliches Personal und Abrechnung übernehmen unterschiedliche Aufgaben.

Einmal passend definierte Rollen und Zugriffsrechte erleichtern die tägliche Arbeit. Teammitglieder sehen die Informationen und Funktionen, die sie für ihre Tätigkeit brauchen. Gleichzeitig bleiben Verantwortlichkeiten nachvollziehbar.

Allerdings ersetzt eine Benutzerverwaltung kein Datenschutzkonzept. Berechtigungen müssen zur tatsächlichen Aufgabenverteilung passen und bei personellen Veränderungen angepasst werden. Auch regelmäßige Schulungen bleiben erforderlich.

Praxissoftware muss zur Praxis passen

Eine Hausarztpraxis arbeitet anders als eine orthopädische Gemeinschaftspraxis. Ein kleines Team benötigt andere Abläufe als ein Medizinisches Versorgungszentrum mit mehreren Standorten. Deshalb sollte die Auswahl einer Praxissoftware nicht allein anhand technischer Einzelmerkmale erfolgen.

Sinnvoller ist eine Bestandsaufnahme der täglichen Prozesse:

  • Wo entstehen regelmäßig Wartezeiten?
  • Welche Angaben werden mehrfach erfasst?
  • Bei welchen Aufgaben muss das Team häufig nachfragen?
  • Welche Informationen werden zu spät gesehen?
  • Welche Dokumente verursachen besonders viel manuellen Aufwand?
  • Welche Abläufe sollen für alle Mitarbeitenden einheitlich sein?

Erst danach lässt sich beurteilen, welche Software diese Anforderungen tatsächlich abbildet.

x.isynet verbindet die einzelnen Arbeitsschritte

x.isynet setzt genau an diesen alltäglichen Abläufen an. Die Praxissoftware verbindet Patientenverwaltung, Terminmanagement, elektronische Wartezimmerliste, Zugriffsverwaltung sowie Workflow und Dokumentation. Beim Öffnen einer Akte können wichtige patientenbezogene Hinweise angezeigt werden. Auch die Erstellung und Ablage von Arztbriefen und weiteren Dokumenten lässt sich in den Arbeitsprozess einbinden.

Damit eignet sich x.isynet insbesondere für Praxen, die ihre Abläufe verbindlicher organisieren und unnötige Einzelschritte reduzieren möchten. Der Nutzen hängt jedoch von einer sorgfältigen Einrichtung ab. Vorgaben, Rollen und Vorlagen sollten sich an den tatsächlichen Arbeitswegen des Praxisteams orientieren.

Genau hier ist eine persönliche Beratung wertvoll. Sie übersetzt technische Möglichkeiten in Abläufe, die am Empfang, im Behandlungszimmer und bei der Abrechnung funktionieren.

Gute Digitalisierung fällt im Praxisalltag kaum auf

Die KBV untersucht mit dem PraxisBarometer 2026 erneut, wie digitale Anwendungen in den Praxen ankommen. An der aktuellen Befragung sollen sich fast 10.000 Praxen beteiligen. Ihre Erfahrungen dürften zeigen, dass neue Funktionen allein noch keine Entlastung garantieren.

Eine praxistaugliche Digitalisierung macht Informationen schneller verfügbar, verringert doppelte Arbeit und gibt dem Team Sicherheit bei wiederkehrenden Aufgaben. Im besten Fall tritt die Technik dabei in den Hintergrund. Sie funktioniert einfach.

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Quellen