Die Laborwerte sind da, und eine Patientin hat Fragen zu ihrer Behandlung. Sie müsste für das Gespräch eine längere Anfahrt auf sich nehmen. Eine körperliche Untersuchung ist nach bisherigem Stand nicht vorgesehen. In dieser Situation kann eine Videosprechstunde sinnvoll sein: Sie besprechen die Ergebnisse persönlich, ohne einen weiteren Praxisbesuch einzuplanen.
Solche Termine können auch Ihr Team entlasten. Weniger Menschen vor Ort bedeuten weniger Betrieb am Empfang und im Wartezimmer. Ob daraus tatsächlich Zeitersparnis entsteht, hängt allerdings vom Ablauf ab: Videotermine müssen ebenso vergeben, vorbereitet und dokumentiert werden wie Termine in der Praxis.
Für welche Anliegen eignet sich ein Videotermin?
Ein guter Ausgangspunkt sind Gespräche mit einem klaren Anlass. Dazu zählen beispielsweise die Besprechung von Laborergebnissen, Rückfragen zu einer laufenden Behandlung oder ein Kontrollgespräch nach einem persönlichen Termin. Bei chronisch erkrankten Menschen kann Video zusätzliche Kontakte erleichtern, etwa wenn die weitere Therapie besprochen werden soll.
Je nach Fachgebiet kommen weitere Situationen infrage:
- Allgemeinmedizin: Besprechung von Befunden, Verlaufsgespräche und Beratung zu Beschwerden, sofern diese per Video ausreichend beurteilt werden können.
- Gynäkologie: Gespräche zu Kinderwunsch, Schwangerschaft oder einer laufenden Therapie, wenn keine Untersuchung erforderlich ist.
- Dermatologie: Rückfragen während einer längeren Behandlung oder Verlaufsgespräche. Ob sich eine Hautveränderung über die Kamera ausreichend beurteilen lässt, muss die behandelnde Person entscheiden.
- Orthopädie: Besprechung eines bereits vorliegenden Bildbefunds oder des weiteren Vorgehens nach einer Untersuchung beziehungsweise Operation.
- Kinder- und Jugendmedizin: Beratung von Eltern zu einem geeigneten Anliegen, wenn der Zustand des Kindes aus der Ferne ausreichend eingeschätzt werden kann.
- Psychotherapie: Sitzungen per Video können die Behandlung ergänzen, wenn dies therapeutisch geeignet ist. Für Menschen, denen der Weg in die Praxis schwerfällt, kann das den Zugang erleichtern.
Diese Beispiele sind keine festen Regeln für die Terminvergabe. Sobald eine körperliche Untersuchung nötig ist oder wichtige Fragen per Video offenbleiben, braucht es eine Versorgung vor Ort.
Weniger Wege und besser planbare Kontakte
Für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Mobilität, langen Anfahrtswegen oder einem vollen Arbeitstag kann ein Videotermin einen erheblichen organisatorischen Unterschied machen. Auch Ärztinnen und Ärzte können dadurch Wege einsparen, wenn ein Gespräch einen Hausbesuch im konkreten Fall medizinisch nicht erforderlich macht.
Ein weiterer Einsatzbereich sind Infektionskrankheiten. Ein erster Kontakt per Video kann helfen, Beschwerden einzuschätzen und das weitere Vorgehen festzulegen. So lässt sich gegebenenfalls ein unnötiger Aufenthalt im Wartezimmer vermeiden. Stellt sich heraus, dass eine Untersuchung notwendig ist, organisiert die Praxis den passenden persönlichen Kontakt. Video ersetzt dabei keine Notfallversorgung.
Ortsunabhängigkeit hat Grenzen: Ärztinnen und Ärzte können die Videosprechstunde unter bestimmten Voraussetzungen auch von einem geeigneten Telearbeitsplatz zu Hause anbieten. Nach Angaben der KBV ist die Versorgung per Video aus dem Ausland jedoch nicht gestattet. Wer eine Patientin oder einen Patienten nach einem Umzug weiterbetreuen möchte, sollte zudem prüfen, wie eine medizinisch notwendige Anschlussbehandlung am neuen Wohnort gesichert werden kann.
So unterstützt x.onvid den Praxisablauf
Die medatixx-Zusatzlösung x.onvid ist in die Praxissoftware eingebunden. Ihr Team kann eine Videosprechstunde im Terminplaner anlegen; die behandelnde Person ruft sie dort zum vereinbarten Zeitpunkt auf. Patientinnen und Patienten warten zunächst im virtuellen Wartezimmer und werden anschließend zum Gespräch zugeschaltet.
Bei einer Befundbesprechung können Sie Informationen auch am Bildschirm zeigen. medatixx beschreibt für x.onvid unter anderem eine Funktion zum Teilen einzelner Bildschirmfenster, einen sicheren Dateiaustausch sowie Werkzeuge für Hervorhebungen und Notizen während des Gesprächs. Das kann hilfreich sein, wenn Sie beispielsweise einen Laborbericht gemeinsam durchgehen und die nächsten Schritte erläutern. Die Kommunikation erfolgt laut medatixx Ende zu Ende verschlüsselt.
Wer Videotermine zusätzlich online buchbar machen möchte, kann x.onvid mit x.webtermin kombinieren. Dabei sollte die Praxis nur solche Terminarten freigeben, deren Eignung sich schon bei der Buchung ausreichend eingrenzen lässt. Für unklare oder möglicherweise dringliche Beschwerden bleibt eine persönliche Einschätzung bei der Anmeldung wichtig.
Worauf sollten Praxen vor dem Start achten?
Die Technik ist nur ein Teil der Vorbereitung. Für einen verlässlichen Ablauf sollten Sie im Team fünf Fragen klären:
- Welche Anliegen bieten wir per Video an? Beginnen Sie mit wenigen, klar beschriebenen Gesprächsanlässen.
- Wer entscheidet bei unklaren Beschwerden? Legen Sie fest, wann eine ärztliche Rücksprache vor der Terminvergabe nötig ist.
- Wie bereiten wir Patientinnen und Patienten vor? Benötigt werden eine Internetverbindung, Kamera, Mikrofon und ein ungestörter Raum.
- Was passiert bei Verbindungsproblemen? Vereinbaren Sie einen Weg, über den die Praxis die betroffene Person erreichen kann.
- Wie organisieren wir die Anschlussbehandlung? Wenn sich im Gespräch Untersuchungsbedarf zeigt, muss ein geeigneter nächster Schritt möglich sein.
Für die vertragsärztliche Videosprechstunde ist ein zertifizierter Videodienst erforderlich. Die Nutzung muss der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung für die Abrechnung in der Regel vorab angezeigt werden. Patientinnen und Patienten müssen vor ihrer ersten Videosprechstunde einwilligen; das Gespräch muss vertraulich und ungestört stattfinden.
Auch bei der Abrechnung lohnt ein Blick auf die aktuellen Vorgaben: Die Obergrenze von 50 Prozent bezieht sich auf Behandlungsfälle einer Praxis, die im Quartal ausschließlich per Video versorgt werden. Welche Leistungen im konkreten Fall berechnungsfähig sind, hängt unter anderem von der Fachgruppe und der Art des Kontakts ab.
Ein zusätzlicher Kontaktweg mit klarem Zweck
Eine Videosprechstunde ist besonders nützlich, wenn sie eine konkrete Frage zuverlässig klärt und der nächste Behandlungsschritt feststeht. x.onvid verbindet diesen Kontaktweg mit dem Terminplaner Ihrer medatixx Praxissoftware. So können Sie Videotermine dort organisieren, wo Ihr Team bereits die übrigen Termine verwaltet.
Sie möchten Videosprechstunden passend zu Ihren Abläufen einführen oder Ihr bestehendes Angebot ausbauen? DELFS berät Sie zu x.onvid und zur Kombination mit der Online-Terminbuchung. Sprechen Sie uns an.



